Okay, die Aufmerksamen werden beim ersten Blick auf die Fotos erkannt haben: Das sind aber keine Eichhörnchen! Sind sie auch nicht. Tom und Cherry sind zwei Siebenschläfer. Vor rund 2 Monaten erreichte mich über den Eichhörnchen-Notruf der Anruf eines jungen Mannes. Er habe zwei Siebenschläfer-Babys im Wohnzimmer gefunden, seine Katze hätte einige Tage zuvor ein totes älteres Tier gebracht. Er habe keine Zeit und könne sich nicht um die Kleinen kümmern. Die Tierheime und Tierkliniken in der Umgebung hätte er schon abgeklappert – aber keiner war bereit, die beiden Findelkinder aufzunehmen – man würde sie eh nicht durch bringen, sie seien zu klein. Ob nicht ich die beiden nehmen würde??? Tja, und wer kann da schon Nein sagen? Also sind Tom und Cherry bei mir eingezogen. Zwei Babys, jeder gerade mal 5 Gramm schwer, die Augen gerade erst geöffnet, die Ohren noch zu, das Fell noch ganz dünn und der Schwanz nackt. Sie haben von mir Aufzuchtsmilch und Alete-Brei bekommen. Was für Eichhörnchen gut ist, kann für Siebenschläfer nicht so verkehrt sein, habe ich mir gedacht. Und siehe da: Man wuchs und gedieh! Bald schon gab es gemischte Platte: Banane, Apfel, Traube, Birne, Zuckermais, Sonnenblumenkerne, Eicheln, Walnüsse, Bucheckern. Soll mal einer behaupten, mein Service würde zu wünschen übrig lassen!
Vor zwei Wochen dann habe ich meine Schützlinge abgegeben: An einen Förster in meiner Heimat. Er ist Siebenschläfer-Fan und kennt sich gut aus. Er wird sie diesen Winter drinnen überwintern und im Frühjahr dürfen sie dann raus in die Freiheit. Im Gegensatz zu Eichhörnchen halten Siebenschläfer ja bekanntlich Winterschlaf – und das ganz schön lange. Wenn ihre Speckschicht nicht dick genug ist, dann überleben sie den Winter nicht. Und trotz meiner liebevollen gemischten Platte haben Tom und Cherry noch zu wenig auf den Rippen, um schon jetzt ihren ersten Winter draußen bestreiten zu können. Also werden sie heuer noch ein bisschen verwöhnt, bevor sie dann im Frühjahr raus dürfen!

