Schokolade

Spike LIEBT Schokolade – wer kann da nicht mitfühlen? Das habe ich aber erst eines Tages heraus gefunden, als ich nach Hause kam und in meinem Rucksack ein Loch war. Rein gefressen, aufgenagt. Die Erklärung lag neben dem Rucksack: Eine Packung Kinder-Schokolade (die sich vorher im Rucksack befunden hat), ebenfalls aufgenagt und ohne Inhalt. Auf dem Zimmerboden überall Reste der Verpackung der einzelnen Schokoriegel – die hatte er allesamt ausgepackt. Die Riegel selbst hatte er in seinen Nussverstecken deponiert – und einen nicht unerheblichen Teil schon gefressen. Weil ich wissen wollte, wie viel, habe ich die restlichen Riegel und Milchkammern gezählt. Auf mein Körpergewicht umgerechnet hätte ich ganze 5,7 kg Schokolade vertilgen müssen für eine vergleichbare Ration. Respekt!! Spike lag auf dem Kleiderschrank in seinem Nest, Bauch nach oben, und hat tief und fest geschlafen – und ganz sicher süß geträumt ;-)

Pfotiküre

Also wenn Spike eins nicht mag, dann ist das Pfotiküre. Da er aber nicht mehr klettert und seine Krallen deshalb nicht von alleine abwetzt, muss etwas Pfoten- und Krallenpflege eben ab und zu sein. Ich versuche das immer während er frisst, damit er abgelenkt ist. Ein paar Nuss-Stückchen richten, ihm eines ins Mäulchen stopfen, schnell eine Kralle schneiden und gleich wieder ein Nuss-Stück nachreichen. Naja, so zumindest der Plan. Meistens riecht er den Braten aber relativ schnell – und dann muss statt Walnuss schon ein Joghurt-Drop her (und zwar bitte eins mit Waldbeer-Geschmack!). Denn hey, wenn man so brav die Pfotiküre über sich ergehen lässt, ist auch wirklich eine Belohnung fällig!! Und wehe, ich komm da mit normaler Nuss an – dann wird gezappelt und geschmollt. So geht´s ja schließlich nicht!

Winter-Modus

Auch wenn es noch nicht so sonderlich kalt ist, es hat sich längst bis zu Spike herum gesprochen: Wir haben Winter! Und im Winter machen Eichhörnchen was? Richtig. Futtern und schlafen. So auch mein Kleiner. Er steht einmal morgens und einmal abends auf, um sich Walnuss, Joghurt-Drop und Zwieback anreichen zu lassen, danach tapst er durch den Laufstall und tut, was er tun muss – und danach geht´s gleich wieder ab ins Kistchen. Dort widmet er sich dann mit Hingabe dem Nestbau und schiebt mit der Schnauze das Kuschelmaterial von einer Seite zur anderen, so lange bis eine gemütliche Höhle entstanden ist. Dort rollt er sich dann zusammen und schläft die nächsten 12 Stunden. Wenn er hört, wie ich abends vom Arbeiten nach Hause komme, steht er auf – und gähnt mich erst mal herzhaft an. Ja, den ganzen Tag schlafen muss schon anstrengend sein *lach*. Oft macht er es sich nach dem abendlichen Mahl noch auf meinem Arm gemütlich und hält dort ein Nickerchen. Foto anbei.

Tom & Cherry

Okay, die Aufmerksamen werden beim ersten Blick auf die Fotos erkannt haben: Das sind aber keine Eichhörnchen! Sind sie auch nicht. Tom und Cherry sind zwei Siebenschläfer. Vor rund 2 Monaten erreichte mich über den Eichhörnchen-Notruf der Anruf eines jungen Mannes. Er habe zwei Siebenschläfer-Babys im Wohnzimmer gefunden, seine Katze hätte einige Tage zuvor ein totes älteres Tier gebracht. Er habe keine Zeit und könne sich nicht um die Kleinen kümmern. Die Tierheime und Tierkliniken in der Umgebung hätte er schon abgeklappert – aber keiner war bereit, die beiden Findelkinder aufzunehmen – man würde sie eh nicht durch bringen, sie seien zu klein. Ob nicht ich die beiden nehmen würde??? Tja, und wer kann da schon Nein sagen? Also sind Tom und Cherry bei mir eingezogen. Zwei Babys, jeder gerade mal 5 Gramm schwer, die Augen gerade erst geöffnet, die Ohren noch zu, das Fell noch ganz dünn und der Schwanz nackt. Sie haben von mir Aufzuchtsmilch und Alete-Brei bekommen. Was für Eichhörnchen gut ist, kann für Siebenschläfer nicht so verkehrt sein, habe ich mir gedacht. Und siehe da: Man wuchs und gedieh! Bald schon gab es gemischte Platte: Banane, Apfel, Traube, Birne, Zuckermais, Sonnenblumenkerne, Eicheln, Walnüsse, Bucheckern. Soll mal einer behaupten, mein Service würde zu wünschen übrig lassen!

Vor zwei Wochen dann habe ich meine Schützlinge abgegeben: An einen Förster in meiner Heimat. Er ist Siebenschläfer-Fan und kennt sich gut aus. Er wird sie diesen Winter drinnen überwintern und im Frühjahr dürfen sie dann raus in die Freiheit. Im Gegensatz zu Eichhörnchen halten Siebenschläfer ja bekanntlich Winterschlaf – und das ganz schön lange. Wenn ihre Speckschicht nicht dick genug ist, dann überleben sie den Winter nicht. Und trotz meiner liebevollen gemischten Platte haben Tom und Cherry noch zu wenig auf den Rippen, um schon jetzt ihren ersten Winter draußen bestreiten zu können. Also werden sie heuer noch ein bisschen verwöhnt, bevor sie dann im Frühjahr raus dürfen!

Happy Birthday, Spike!

Seit Anfang des Monats ist Spike nun 12 Jahre bei mir. Wahnsinn! Mein kleines altes Hörnchen ist 12 Jahre alt geworden. Richtig Geburtstag hatte er vermutlich irgendwann Anfang Juli – er war ja damals etwa 4 Woche alt, als ich ihn gefunden habe.

Was man in 12 Jahren gemeinsamen Lebens mit einem Wildtier so alles erlebt? Eine ganze Menge. Manches habe ich hier ja schon berichtet, anderes nicht (folgt noch!). Etwa der Sprung in die Schwarzwälder-Kirsch-Torte oder das Abfressen der Tannenbaum-Beleuchtungskabel zu Weihnachten. Oder die Sache mit der Kinder-Schokolade. Ja, es gibt noch viel zu schreiben :-)

Hier Fotos vom Geburtstags-Hörnchen:

Umzüge

Blume und McGyver sind am Sonntag in aller Früh ins Auswilderungsgehege umgezogen. Lief alles nach Plan und sie haben die Autofahrt dorthin gut überstanden. Ist ja immer aufregend für die Hörnchen – sie können ja nicht wissen, wohin die Reise geht.

Im Auswilderungsgehege ist auch wieder mehr Platz: 7 unserer 11 Hörnchen sind bereits ausgewildert. Sie hatten drinnen so gute Fortschritte gemacht, dass es Zeit war für die Freiheit. Sie sind jetzt draußen im Wald, wo sie hin gehören :-) Einfach schön!

Blume & McGyver

Blume und McGyver sind zwei 4 Jahre alte Hörnchen. Über den Eichhörnchen-Notruf erreichte mich gestern der Anruf eines jungen Mannes. Er hatte in der Zeitung über die Befreiungs-Aktion der 11 Hörnchen gelesen. Vor 2 Jahren hatte er von jener nunmehr verstorbenen Dame ein Eichhörnchen erworben. Und weil das alleine nicht glücklich war, hat er noch ein zweites gekauft. Die Voliere ist 3,50 m hoch bei einer Grundfläche von geschätzten 6 qm. Er merkt aber, dass das den Tieren nicht reicht und sie unglücklich sind. Das möchte er nicht. Er würde den Hörnchen gerne ein restliches Leben in Freiheit schenken und sie deshalb unserem Verein überlassen. Da hat sich einer richtig Gedanken gemacht und das Wohl der Tiere wog mehr als das Bedürfnis, diese possierlichen Tiere einzusperren, damit man sie jeden Tag sehen kann. Hat mich wirklich sehr gefreut!

Nun ist das aber nicht so einfach, bei einer Volieren-Höhe von 3,50 m Hörnchen einzufangen. Wir haben uns deshalb auf eine Nacht-Aktion geeinigt: Samstag Nacht, wenn Blume und McGyver in ihrem Kobel kuscheln, wird der Ausgang mit Draht versperrt. So kann ich sie in ihrem Kobel transportieren. Sollte funktionieren. Sie kommen zu den anderen 11 – späte Familienzusammenführung sozusagen. Und da auch für diese Tiere keine bzw. nur fadenscheinige Papiere existieren, wird einer Auswilderung nichts im Wege stehen!